Ich sitze am Fenster, am offenen Fenster und hab den Blick irgendwo auf einen fernen Punkt gerichtet, es ist kalt draußen und regnerisch. Leise, gedämpfte Tropfen sind irgendwo zu hören, vielleicht sind es auch nur sanfte Schritte einer Katze oder ein belangloses Stück Papier, was hilflos im Winde flattert. Alles scheint sich zu bewegen, in einem natürlichen Rhythmus der Natur, so normal und entspannend, so fernab von jedem Einfluss, nichts hat eine Wirkung, Nichts scheint dieser fast reinen Musik den Takt zu rauben.
Es scheint so perfekt, wären da nich so viele… Fenster. Stumme Fenster, stumme Beobachter und unvernehmbare Bewohner, die sich einfach eingeschlichen haben und fast, aber nur fast unmerkbar eingefügt haben, in diese Bild, in dieses Schauspiel was sich meinen Augen bietet.
Tonlos scheint das Leben dahinter, mystisch und geheimnisvoll doch bis zu einem gewissen Grad auch offen und sichtbar, die Grenze ist kaum zu bemerken. Was seh ich, was passiert da?
Das Licht – es ist das Licht, mal an, mal aus. Die Pflanzen am Fensterbrett sind unterschiedlich, mal groß, mal klein, mal gar nicht da. Vorhänge sind bunt, oder nur weiß, vielleicht auch schwarz, auch wenn eher selten. Das wars. Doch, hin und wieder öffnet sich eines dieser Fenster, genauso wie meines, ein weiterer Blick schweift durch dieses Festspiel, nur um sich nach einiger kurzen Zeit wieder zu schließen. Zu verstummen. Sich abzukapseln, nur ein kleines Inneres seiner selbst zu zeigen, um sich dem zu widmen was wichtig zu sein scheint. Ist es das Innere? Oder das Schauspiel davor, draußen und mittendrin.
Irgendwo und irgendwie sind da ganz viele Grenzen und die machen mir Angst. Denn Grenzen bedeuten so vieles. Manchmal zu viel, zu eng und zu “tonlos”. Also öffne ich ein Fenster, um da hinauszustoßen, um sich der Freiheit zu ersehnen, um sich in gewisser Weise mit der Unendlichkeit zu verbinden.
Auch wenn es kalt ist. Und dunkel.
N.










