Stumme Fenster

19 Feb

Ich sitze am Fenster, am offenen Fenster und hab den Blick irgendwo auf einen fernen Punkt gerichtet, es ist kalt draußen und regnerisch. Leise, gedämpfte Tropfen sind irgendwo zu hören, vielleicht sind es auch nur sanfte Schritte einer Katze oder ein belangloses Stück Papier, was hilflos im Winde flattert. Alles scheint sich zu bewegen, in einem natürlichen Rhythmus der Natur, so normal und entspannend, so fernab von jedem Einfluss, nichts hat eine Wirkung, Nichts scheint dieser fast reinen Musik den Takt zu rauben.

Es scheint so perfekt, wären da nich so viele… Fenster. Stumme Fenster, stumme Beobachter und unvernehmbare Bewohner, die sich einfach eingeschlichen haben und fast, aber nur fast unmerkbar eingefügt haben, in diese Bild, in dieses Schauspiel was sich meinen Augen bietet.

Tonlos scheint das Leben dahinter, mystisch und geheimnisvoll doch bis zu einem gewissen Grad auch offen und sichtbar, die Grenze ist kaum zu bemerken. Was seh ich, was passiert da?

Das Licht – es ist das Licht, mal an, mal aus. Die Pflanzen am Fensterbrett sind unterschiedlich, mal groß, mal klein, mal gar nicht da. Vorhänge sind bunt, oder nur weiß, vielleicht auch schwarz, auch wenn eher selten. Das wars. Doch, hin und wieder öffnet sich eines dieser Fenster, genauso wie meines, ein weiterer Blick schweift durch dieses Festspiel, nur um sich nach einiger kurzen Zeit wieder zu schließen. Zu verstummen. Sich abzukapseln, nur ein kleines Inneres seiner selbst zu zeigen, um sich dem zu widmen was wichtig zu sein scheint. Ist es das Innere? Oder das Schauspiel davor, draußen und mittendrin.

Irgendwo und irgendwie sind da ganz viele Grenzen und die machen mir Angst. Denn Grenzen bedeuten so vieles. Manchmal zu viel, zu eng und zu “tonlos”. Also öffne ich ein Fenster, um da hinauszustoßen, um sich der Freiheit zu ersehnen, um sich in gewisser Weise mit der Unendlichkeit zu verbinden.

Auch wenn es kalt ist. Und dunkel.

N.

Dreizehn

02 Feb

Nun, ich gebe zu, hin und wieder (wenn nicht sogar dauerhaft) eine leichte Tendenz zur Neugier zu entwickeln, so … hin und wieder eben. Was meine Besucher angeht – diesmal im speziellen.

Heute durfte ich überraschend feststellen, dass die Besucheranzahl auf ganze… und wir reden hier vom zweistelligen Betrag…. Dreizehn Besucher angewachsen ist. Klar freu ich mich! =)

Ob nun auch alle Dreizehn nur mal reingeklickt haben oder sich die Zeit nahmen ein bisschen rumzustöbern, das sagt mir mein tolles Analytic Programm leider nicht, aber immerhin. Dreizehn Menschen hier auf der Welt (Brasilien und Norddeutschland mit inbegriffen) haben für einen kleinen Augenblick an diese Seite dedacht und haben den Gedanken in eine Tat umgesetzt.

Das find ich toll. Danke an euch Dreizehn. Deswegen auch dreizehn liebe Grüße, ganz speziell an euch… ;-)

N.

Sowas wie Warten

02 Feb

Also gut, ich gebe zu, indem meine Finger über die Tasten fliegen, tu ich es nicht. Und wenn ich früh am Morgen die Zähne putze, dann auch nicht.

Oder wenn ich in die Ubahn einsteige, auch nicht, genauso wenig beim Treppensteigen, Ware auswählen, SMS tippen oder beim Salami schneiden.

Aber… ABER… (Was wäre die Welt ohne Widersprüchen)

Dann. Dazwischen. Zwischen Zähne Putzen und in die Ubahn steigen. Ich verweile auf der Sitzbank, meistens gleitet der Blick in die Ferne und die Gedanken schweifen ab. Ruhemodus. Oder auch – Warten. Warten. Warten an der Schlange bei der Edeka. Warten bis das Wasser kocht. Warten bis der Lehrer ins Klassenzimmer kommt, warten bis die Nachricht versendet wird, warten bis der Tag anbricht, warten bis der Aufzug kommt, warten bis die Seite angezeigt wird, auf die man mit Sicherheit schon gefühlte 8 Minuten starrt oder bis die putzige Oma endlich über die Straße gelaufen ist, bis die Ampel auf Grün zeigt, bis der Brief ankommt, der sehnsüchtig er-wartet wird. Da ist es schon wieder, dieses böse Wort mit W, nicht verwechseln mit Langeweile (die natürlich genauso grausam sein kann) denn …Du-weißt-schon-was hat schließlich ein Ziel vor Augen.

Zwischen Ziel und Anfang, zwischen Wunsch und Erfüllung, zwischen Gedanke und Tat ist diese nennenswerte Zeit, die es zu füllen gilt. Mancher nennt es “Leben”. Dieser unglaublich vielseitiger Zustand wird teils mit unglaublichen Gefühlen verbunden, das reicht von Wut, Angst über Liebe, nervzerreißender Spannung und Glück. Nur leider nicht immer. Denn meistens…ist es eben “nur” Warten. (Dass wir uns aber auch nie mit dem Verlauf der Zeit zufrieden geben….)

Worauf warten wir denn nun Alle? So hauptsächlich? Was steht am Ende dieser Schlange, was liegt auf dem Band welches ganz langsam Richtung Kasse läuft? Ein Freund fragte mich einmal, wenn ich nur noch einen Tag zu leben hätte, was würde das ändern?

Puh. Nach so einer Frage schluckt man erstmal. Nach einiger Bedenkzeit, nach wiederholter Fragestellung, nach eigener Recherche ( Danke an die Versuchskaninchen) zeigte sich eine erstaunliche Ungleichung zur Wartezeit auf. Sie wurde drastisch gekürzt wenn nicht sogar gänzlich weggestrichen. Ist das Leben nicht zu Wertvoll um zu warten? Um ständige Erledigungen und Aufgaben hinauszuschieben, um doch nur das auszuüben, was viel zu oft in dieser Welt vorkommt? – Warten.

Ich persönlich hab meine eigene Definition dafür: Genießen. Denken. Erfinden. Lieben. Wünschen. Erinnern. Schlafen. Atmen. Bemerken und betrachten, bedanken und in Vorfreude baden. Oder – Favorit: Entspannen und glücklich sein.

- und nicht “warten”. Pfui.

N.

Ohoh….

30 Jan

Uuuuups. Passiert. Nach nun scheinbar endlosem nervzerstörenden teilweise unnötigem Hin und Her Geklicke ist es geschafft: Vóila: Anbei ein großes Dankeschön an meinen Bruder, denn nur durch seine kleine und doch überaus wichtige Hilfe sitze ich nun glücklich vor meinem PC und nicht trauernd über die letzten kläglichen Reste meines Computers, der wahrscheinlich am heftigsten darunter gelitten hätte, wäre es nicht so gekommen, wie es jetzt gekommen ist. Gut, der Satz ist verschachtelt und ich bin nun auch viel zu müde um ihn zu “entschachteln”, das hat nun Zeit. Genug Zeit….wirklich wirklich ausreichend – diese Menge an Zeit :)

(Und ein liebes Danke an meine Mom :) )

Herzlich spannende Grüße

 

Eure Natalie

stimmt.

16 Apr

DA ist er. Der Spruch der Woche, des Lebens, der Menschheit, oder einfach die Lösung meiner Probleme:

Du hast die Wahl. Du kannst dir Sorgen machen, bis du davon tot umfällst. Oder du kannst es vorziehen, das bisschen Ungewissheit zu genießen.

Norman Mailer

Stimmt. Ich finde…DER hat mal so wirklich, wirklich, durch und durch, einfach Recht!
.N.

Gesucht: Antrieb

07 Mrz

Was treibt ihn an? Den Menschen, jeden Tag aufs Neue. Du siehst ihn schließlich überall, beim Einkaufen, in der Warteschlange an der Videothek, als dunkler Schatten im Auto vor dir, in der eigenen Mannschaft, im Zug rechts hinten am Fenster oder täglich im Fernsehen, überall auf der Welt. Leben wollen schließlich alle und die, die es nicht wollen, nunja…die frag ich ja auch nicht. Aber was ist der Grund dafür, jeden Tag wiederholend aus dem Bett zu steigen, in die Arbeit zu gehen und alles in Angriff zu nehmen, was die nächsten 24 Stunden so zu bieten haben? Woher nimmt er die Kraft, aus dem größten Übel wieder Hoffnung zu schöpfen und nicht aufzugeben, stets weiter zu gehen, auch wenn ihn etwas in die Knie zu zwingen versucht?

Aufstehen…Duschen, Kaffee oder Tee, vielleicht eine Cola, oder auch mal gar nichts und weiter Richtung Schule, Arbeit oder es steht das Wochenende vor der Tür. Vielleicht ist es der erste Urlaubstag und um 11 Uhr geht der Flieger nach Barcelona oder die kanadischen Inseln, oder wer weiß, vielleicht ist es der 1.1 nach Silvester, noch vollgefüllt mit neuen Vorsätzen und Erwartungen, oder es ist Montag, nach einer schlaflosen Nacht gehts um 7 Uhr in der früh in die Arbeit. Egal welcher Tag sein mag, die Zeit schreitet voran und zwingt dich zu leben, entscheiden, denken und fühlen. Jeden Tag, jede Stunde und jede Sekunde, kein Moment bleibt einfach stehen, kein Ereignis vermag die Zeit anhalten, auch wenn es sich manchmal so anfühlen mag, es ist ein Trugbild, eine Wahrnehmung in der sich entscheiden kann, ob du dich darin verlierst oder der Wahrheit ins Auge sehen willst und akzeptierst, dass es IMMER weiter geht. Sich gegen dieses Trugbild zu entscheiden braucht Kraft, viel Kraft, gute Freunde, eine Portion Glück und eine positive Einstellung, meiner Meinung nach das Rezept des Lebens, fragt sich nur… wo findet man die Zutaten dafür?

Wer füllt den inneren Akku wieder auf? Was ist die Stromquelle, wo ist das Wunschportal, wo ist der Einkaufsmarkt für mein Rezept, in welcher Straße steht es und wie sieht es aus? Ist es Freundschaft? Der Versuch, dem zu entfliehen, was wir sind und wie unser Ende aussieht? Oder das Ziel, irgendwann nicht alleine da zu stehen, in einer Welt voller Menschen und dem Gefühl, ein Niemand zu sein, gleichgestellt mit allen anderen, einfach in einem Haufen Ameisen, die vor sich hin leben, nicht mehr und nicht weniger. Ist es wirklich Freundschaft? Die Menschen, die uns zum Lachen oder Weinen bringen, die für uns da sind und uns Halt geben, uns aber auch enttäuschen und verletzen können, und trotzdem lieben und schätzen wir sie, geben einiges für sie auf und unterstützen und akzeptieren ihre Entscheidungen. Ist es ein Tauschgeschäft? Manchmal scheint es so, ein Geben und Nehmen, es scheint als wäre Freude doch für alle da, aber nur ganz bestimmte Personen können sie dir überbringen, schenken und zeigen, so als muss nur jemand die Hand ausstrecken und darauf deuten, doch dieser jemand ist selbst blind für diese Freude und du ersetzt seine Augen.

Ist es das? Oder allgemeiner ausgedrückt die Freude daraus und ist es nicht gleichzeitig recht egoistisch von uns? Die Freude zu erwarten, die dieser Jemand mit sich bringen muss. Wir fühlen uns zu diesen Menschen hingezogen, einfach weil sie uns glücklich und bedeutend machen, oder wir helfen dürfen und können und sie diese Hilfe dankbar annehmen, und wer freut sich nicht über ein ehrlich gemeintes Lächeln. (Danke Tanja) Ich denke, das liegt noch ein bisschen tiefer, es sind doch die eigenen Erwartungen, an sich, an das Leben und an die Menschen um uns und zum Glück ist jeder für seine eigenen Erwartungen verantwortlich. Ein guter Freund sagte mal:

“Mich treibt mein eigener Anspruch an mich voran und der Gedanke an meine eigene Zukunft, so wie ich sie will. Ich will einfach wissen, wie weit ich gehen kann, ich bin neugierig, es zieht mich förmlich dahin”.

Die Hoffnung, nicht zu verlieren, eine Zustimmung für das eigene Handelt und Tun zu bekommen,  einen Rückhalt und die Bestätigung für den eigenen Weg. Anerkennung, egal wofür und damit mein ich keine Trophäe, nein, Anerkennung zeigt sich auf den verschiedensten Weg. Ein Lächeln, ein Anruf, ein kleines Geschenk, oder nur die Frage nach dem Wohlbefinden, Eifersucht, Neid und Sorge, Liebe und die Frage nach Rat, das alles sind Formen der Anerkennung. Auch das Monatsgehalt, die schönen paar Schuhe und der tolle Urlaub, Anerkennung für Arbeit und Zeit.

Moni: “…Was mich antreibt… ist mein großer Traum: ein eigenes Haus zu haben….”

Wir sind alle Händler. Wir handeln mit dem Leben und den Ressourcen und jeder sollte herausfinden, wie er am besten feilschen kann und wo das Meiste rausspringt. Sich selbst zu finden und sich zu beweisen, dass man das Leben meistern kann, das treibt mich an, der Glaube an diese Macht, der Glaube an sich selbst. Die Suche nach dem Glück, die Fähigkeit das Leben zu genießen und dieses Leben auch bewusst zu gestalten. Bewusstsein, es ist ein Stichwort, das dem Zufall jede Chance nimmt. Sei dir einfach Bewusst, was und vor allem, wie du etwas tust.

Flo: “…Ohne Ziel fehlt dir auch die Motivation irgendwas zu machen und das Ende vom Lied ist dann, dass du gar nix machst und vor dich hinvegetierst und wenn dich dann irgendwer am Ende deines Lebens fragt, für was du gelebt hast, ob dein Leben irgendeinen Sinn gehabt hat, dann musst du mit den Achseln zucken….”

Der Glaube an die Erfüllung eines Traums ist das Streben nach Anerkennung. Für die Mühe, die man auf sich nimmt, um diesen zu erfüllen. Dabei muss es noch nicht einmal um das Materielle selbst gehen, was ist mit dem Mann, der sich das Leben nimmt, weil seine Firma pleite gegangen ist? Bestimmt entscheidet er sich nicht wegen Geldmangel dagegen, nein. All seine Mühe und Hoffnungen sind verpufft, ihm wurde sein Auftrieb genommen und wenn du nicht mehrere Quellen dafür hast, dann macht dich diese Abhängigkeit auf Dauer kaputt. Wie enflieht man dem? Durch sich selbst?

Auf der Suche nach der Antwort für ein Rezept zum Leben, ist es doch erstaunlich, dass Alles irgendwie zusammenhängt, von welcher Seite aus betrachtet, es ist eine Gleichung, ein Ergebnis und das Umformen ist uns selbst überlassen. Genau wie in der Mathematik sind Fehler erlaubt, aber es ist ok. Benütze ein Lineal, streich den Fehler sauber durch, merk es dir und mach es besser und vergiss niemals, dass DU derjenige bist, der diese Gleichung aufstellt. Nicht der Stift oder das Papier.
Was mich antreibt? Ich.

Franzi: “…man muss sich immer wieder klar machen, was man hat, um festzustellen, dass Antrieb überall zu finden ist. Man verliert solche Dinge gerne aus den Augen und vergisst, was und wer man ist…”

Aber zum Weiterfahren bedarf es das allerbeste Benzin dafür: Freunde und Familie, und der Schmierstoff ist Musik,

Kadda: “Vor allem: die Musik
viele sagen “manchmal ist ein Lied die Welt für mich” wahrscheinlich klingt es doof, doch für mich ist die Welt ein Lied”

damit schließe ich mich allen an, die mir geholfen haben, zu dieser Ansicht zu gelangen. Wir sind ja gar nicht so verschieden.

Danke =)
.N.

Auto weg

20 Feb

Ja, ich habs geschafft, ich bekenne mich meines fehlenden Y-Chromosoms…oder besser gesagt…ich führe mir meinen nichtvorhandenen Orientierungssinn deutlich vors Auge. Es ist einfach eine ernüchternde Tatsache, ich kann nichts gegen blonde Augenbrauen, gegen die Impfnarbe auf dem Oberarm oder gegen das Muttermal auf der Backe und genauso wenig kann ich was gegen die Neigung, mich zu verirren. Und das überall und zu jeder Zeit. Dass ich jedoch 4 Stunden deswegen in der Kälte rumlaufen musste, um mein geliebtes Auto wieder zu finden, DAS hätte ich nun wirklich nicht gedacht. (Hier ein großes Dankeschön an Thilo, der mir mobil eine Stunde lang geholfen hat, im Kreis zu suchen).

Nürnbergs immer gleich aussehende Architektur in diesem Gebiet irgendwo zwischen Rathenauplatz und Hauptbahnhof, macht grundsätzlich einen verwirrenden Eindruck auf mich. Ok, ich hab daraus gelernt.
Lass dein Auto (völlig alleine in einer Straße, die du vorher noch nie gesehen hast) nie ohne Peilsender !!!

Dabei war es wieder ein ganz normaler Tag. Mikrobiologiekurs: Zuerst in der Nase gebohrt, den Schleim auf den Nährboden gesetzt und in den Brutkasten versteckt, dann die entstandenen Mikrobakterien der Hand vom Vortag untersucht (natürlich nicht ohne ein ausgedehntes “Iiihhhhh”) und anschließend auf dem Heimweg unschuldig an der Tankstelle, nach dem Tanken an der Kasse gemerkt: Mist, das Geld liegt daheim auf dem Schreibtisch SAMT EC-Karte. So in etwa verlief die komplette Woche. Wirklich, ganz normal…

Von den ungewollten nun rot/lila Strähnchen in meinem Haar mal abgesehen…eine Erkenntnis, die sich seit Beginn meiner Erinnerung immer verdeutlicht hat. Das Pech kommt selten alleine, es bringt alle seine Freunde mit.
Zieht man die förmlich an? Nach einem genervten Zwischenfall ist das eigene Wesen wie ein großer Magnet für solche Gestalten, und so geht das weiter, immer wieder, ein eindrucksvoller Batzen voll Pech. Vier Monate nix, und dann Alles auf einmal, wie eine Flut, der Damm ist gebrochen und lässt dem Unglück freien Lauf. Es gibt vielleicht nicht nur den biologischen Abwehrmechanismus, sondern vielleicht den Beständigkeitsmechanismus sozusagen. Stark genug, um sich gegen Kleinigkeiten zu wehren, aber hat der Lack erstmal einen Kratzer, dann ist normales Wasser plötzlich nicht mehr so unbedenklich…und mit dem Wasser kommt der Rost, und mit dem Rost kommt das Absplittern und somit auch der eigentliche Schaden im Metall. Oder in meinem Fall – im Hirn.
Was würde ein Optimist machen? Was würde mein guter Freund Felix sagen? Würde er überhaupt was sagen? Nein, er würde lachen =).
Hiermit einen lustigen Gruß aus der chaotischen Welt.
.N.

Elektronisches Abbild

29 Jan

Wohooooo. Da steht sie! Oder sie hängt, je nachdem. Festgeklemmt vielleicht. Auf alle Fälle nicht dem Runter-fallen geweiht und schaut mich an..mit ihrer Linse. Sieht aus, wie ein großes Auge und wenn man es genauer betrachtet, ist es auch ein Auge, ein elektronisches Auge, zwar ohne Gehirn und Nerven (Außer die Computerfreaks unter uns bezeichnen den PC als lebendiges Wesen… nunja, was dank der DNA-Chip-Technologie auch nicht so abwegig erscheint, aber nein, ich schweife ab…) aber es sieht Dinge und Menschen…und analysiert sie irgendwie und voilà!! Ich sehe mich selbst auf dem Bildschirm… und nein, mein Bildschirm hat sich nicht zum Spiegel umschulen lassen.
Was früher nur in Sci-fi-Filmen möglich war, ist nun Realität, auch wenn ich reichlich spät dran bin, mit meiner Errungenschaft, da eine Web-Cam in fast jedem im Handel erhältlichen Laptop eingebaut ist, (sogar meine mom hatte eine vor mir) kann man annehmen, dass es inzwischen etwas völlig Normales ist und trotzdem kann ich mir das unwillkürliche Entstehen eines Grinsens nicht erwehren, wenn sie tatsächlich in Gebrauch genommen wird. *g* Ich finde es ..sagen wir einfach “urkomisch”, dieses technische Auge. Allein die paar Sekunden Verzögerung zwischen Tun und Sehen, die sich durch die elektronische Datenweitergabe ergeben, sind äußerst irritierend, aber dieses veränderte Selbstbild und ca. 200 weitere verschiedene Möglichkeiten sein eigenes Mienenspiel zu verunstalten, strapazieren gewaltig meine Lachmuskeln.(sehe rechts und links) Eine Selbsttherapie in grauen Tagen.

Aber Wieso? Ich weiß nicht, ob ich die einzige bin, die es so amüsant findet (was die Kommunikation natürlich erheblich behindert), aber die Frage nach dem Warum, stellt sich mir ganz automatisch.
Immerhin sehe ich mich jeden Tag im Spiegel und Videos haben doch auch nicht SO eine Wirkung… Also warum ist meine bewegliche Erscheinung auf dem Monitor so ein witziges Ereignis?

Liegt es vielleicht am Grund, dieser banalen Möglichkeit? Oder der soziale Entwicklung?

Zuerst verbarrikadieren wir uns in großen Backsteingebäuden vor dem Ungetüm der Natur und erfinden künstliches Licht, machen die Nacht zum Tag, indem wir Abends für Helligkeit sorgen, wo doch keine sein durfte. Anschließend entfernen wir uns dank Fernsehkiste und Radio von jedem sozialen Gespräch Face2face in 3D (auch ich habe meinen Bruder nur aufgrund der 7 Meter und zwei Türen, die uns trennen, in ICQ angeschrieben) um sich danach, einsam und allein vor den PC zu setzten, sich elektronisch per Knopfdruck mit der ganzen Welt zu verbinden, die eigene gesamte persönliche Dartstellung auf Bits zu komprimieren und um anschließend auf einer 640 x 480 großen Pixel-Fläche, vielleicht nur 7 Meter weiter weg, grinsend auf dem Bildschirm zu erscheinen und zu fragen, ob der Müll schon weggebracht wurde.

DAS nenne ich technischen Fortschritt!

Toll! =)

.N

Geplant und überrascht

03 Jan

Frage. Wo ist denn hier bitte die feine Grenze zwischen Wollen und Tun?
Ab wann darf ich mein Leben leben, ohne mir groß darüber Gedanken zu machen und ab wann wird es Zeit, den Verlauf des Tages selbst zu gestalten und zu verändern?
Eine einfache Situation, du sitzt im Restaurant und die Kellnerin fragt, was du trinken möchtest. Überraschen sie mich!
Sollte es nicht genauso sein? Wenn es ein Stammlokal ist und du bereits jedes Gericht ausprobiert hast und dir 100%ig sicher bist, was deinem Magen genau jetzt in diesem Moment gut tun würde, dann darfst du bestellen.
Aber mal ehrlich…wie oft kommt das vor? Also bleibe ich bei dem Überraschungsmenü und dem Trinken noch dazu. Vielleicht erwähne ich die paar Speisen, die meiner Zunge nicht so angenehm erscheinen, aber das wars auch schon. Nur weil es etwas so Simples ist, wie Essen gehen bedenken wir keinerlei Spielraum, sonder planen gnadenlos drauflos, indem wir das wünschen und erwarten, was gleich auf den Tisch kommt, vielleicht nebenbei noch mit dem Hinterhirn beachten, wieviel Zeit vergehen wird… und ab dem Moment, wenn die Gabel den Teller verlassen hat, steht auch schon fest, wie die Kost darauf schmecken wird. Ist der Teller irgendwann leer, dann macht sich ein wohliges Sättigungsgefühl in uns breit, schööön, war ja schließlich so geplant. Kommt die Freude davon? Vom Satt-sein? Oder vom Erwartet-Eingetroffen ? Aber hey….zum Schluss würden wir uns sogar als spontan bezeichnen, war ja nicht das Ziel, mitten am Tag ins Restaurant zu gehen…
Das heißt, Spontanität ist der Strich durch die eigene Rechnung.
Ist denn das jetzt eine bewusste Entscheidung? Oder hat eine imaginäre höhere Macht dich vom Kochen abgebracht und zum Geldausgeben veranlasst?
Unvorhergesehen Ereignisse sind meistens mit Ärger verbunden. Was, wenn das Essen angebrannt ist? Was, wenn Frau Kellnerin statt Nudeln, Lasagne serviert? Und was…wenn der Koch auf einmal tot umfällt und das Restaurant überhaupt geschlossen wird? Kann doch passieren…
Hier gehts doch darum, dich mit Situationen zurecht zu finden, die niemand hätte kommen sehen. Wenns geht, Sekundenschnell. Ohne Ärger. Sondern mit Akzeptanz. Und Vernunft. Geschehen ist geschehen.

Empfange das Leben mit offenen Armen, doch geschickt, um es zu umformen…

Schließlich leben wir nicht nach Vorschrift. Jedem widerstrebt der Gedanke, dass Alles vorsätzlich entschieden ist. Egal was geschieht, wie schön, wie hässlich, mit dem Endgedanken: Abgehakt, nächster Punkt bitte?
Neee…

Aber bauen wir uns den Plan nicht selbst im Kopf zusammen? Rennen wir nicht alle dem Ideal hinterher, glücklich zu sein, mit der Taktik, die sich vorher doch so schön in der Vorstellung zusammengereimt hat? So eine Art Drehbuch? Vergessen wir nicht dabei, dass es genau diese Momente sind, die wahre Freude hervorrufen, die ganz plötzlich kommen? Oder wieso kannst du nicht über den selben Witz zweimal lachen? Ok, die sind es. *gemerkt*

Warum zum Teufel… soll ich denn nun der Kellnerin sagen, welches Gericht ich essen will und mir damit die Chance auf eine glückliche Erinnerung nehmen lassen? Hmm? Warum ein bisschen Freude einfach niederplanen?
(Die arme Kellnerin ^^)


Und hier noch ein – meiner Meinung nach sehr gelungenes – Zwischenbild meiner Silvesternacht, die ich aufgrund gesundheitlicher Irritationen, doch bei der Family verbracht habe: =)

 

 

 

 

.N.

Männlein + Weiblein

26 Dez

Puff – Geplatzt und aufgelöst hat sich die Wertvorstellung von der Welt und der Menschen auf ihr. Einfach mal so, eben am Samstag Nachmittag, zwischen Teigtaschen und Chaos im Zimmer. Kurz nach Weihnachten. Wer hätte das gedacht.
Es ist…wirklich…wirklich…erschreckend, nahezu entsetzlich, wie die Forschung Mann und Frau durchleuchtet und der Liebe jeden Zauber raubt. Frage mich gerade, ob ich diese Dopamin-, Noradrenalin- und Oxytocin-Hormonausschüttungen überhaupt noch genießen kann, allein mit dem Wissen von deren Existenz.

Welchen Wert hat dein Testosteronspiegel erreicht, Schatz? Ah…sehr schön Schatz, lieb dich auch.

Wenn es einen Zeitpunkt gab, schreiend im Kreis zu laufen, dann jetzt.
Ich meine, wer will schon beflügelt, mit der rosaroten Brille, Händchen-haltend durch die Stadt laufen, während Prof. Liebestot hinterher trottet und genau analysiert, dass ER nur an seine Genverbreitung denkt und SIE ihn früher oder später permanent mit Johnny Depp vergleichen wird? Nach 12 Monaten ist der Spuk sowieso vorbei, dann sind alle zum Boden der Tatsachen zurückgekehrt und das war’s. Keine Mythen, keine Seelenverwandtschaft, keine überirdische Kraft, sondern Hormone und klare Linien, nur zum Erhalt unserer Art, durchdacht und fest verankert, seit Uhrzeiten im Verhaltensgrundmuster der Menschen. Ist sowieso viel zu gefährlich das Ganze. Liebes-Selbstmörder und Therapiesüchtlinge gibt es schon on Mass, und das nur, weil die knapp 7 Milliarden Erdlinge auf unserem Planeten womöglich aussterben könnten…

Liebe ist nur ein schmutziger Trick der Natur,
um das Fortbestehen der Menschheit zu garantieren.

Wisst ihr was? Ich werde Karrierefrau! xD

.N.